Sprachcamps für zugewanderte Schülerinnen und Schüler

Deutschkenntnisse in den Ferien verbessern

05.08.2021, 10:34 Uhr

Sechs Wochen Sommerferien bieten Zeit für Familie, Freunde und Urlaub. Danach wieder in den Schulalltag zu finden, kann eine Herausforderung sein – besonders für zugewanderte Schülerinnen und Schüler, die gleichzeitig eine neue Sprache lernen. Bei den Ferien-Sprachcamps haben sie die Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und in Gruppen zu üben.

Das Kommunale Integrationszentrum (KI) des Kreises Gütersloh organisiert mit verschiedenen Bildungsträgern die Kurse, um den Kindern und Jugendlichen den Wiedereinstieg in die Schule zu erleichtern.

Bereits zum siebten Mal finden die Sprachcamps in den Sommerferien statt. Zwei Wochen lang, vom 2. bis zum 13. August, besuchen Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und der Berufskollegs die Deutschkurse an unterschiedlichen Orten. Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese erst kürzlich im Kreis Gütersloh angekommen sind oder schon einige Jahre hier leben.
Die Sekundarstufe I befasst sich während des Unterrichts im Camp mit kunst-, musik- oder theaterpädagogischen Projekten. Die Jugendlichen der Berufsschule thematisieren die Berufsorientierung und -vorbereitung. Dies kann auch zum Beispiel in Form von Betriebsbesuchen erfolgen. Die Ergebnisse ihrer Projektarbeiten präsentieren die Teilnehmenden ihren Familien und den Lehrkräften. Dies kann eine Vorführung, eine Ausstellung oder auch ein Vortrag sein. „Im Anschluss werden die Ergebnisse in einer Ausstellung digital oder im Kreishaus der Öffentlichkeit zugängig gemacht“, so Erika Dahlkötter vom KI und Leiterin des Projekts.

Das KI bietet in den Sommerferien elf Sprachcamps an. Dafür meldeten sich diesmal mehr als 250 Kinder und Jugendliche an. „Wie bereits im vergangenen Jahr gab es wieder mehr Anmeldungen als freie Plätze. Die Anzahl der Teilnehmenden musste aufgrund der Corona-Pandemie reduziert werden“, erklärt Manuel Erdmeier, Leiter des KI. Die Anmeldungen standen in sieben Sprachen zur Verfügung: Arabisch, Bulgarisch, Deutsch, Englisch, Russisch, Polnisch und Rumänisch.
Eine Gruppe darf maximal aus 20 Personen bestehen. Zwei Lehrkräfte betreuen jeweils eine Gruppe. Diese Konstellation ermöglicht es, dass die Kinder und Jugendlichen praxisnah in Kleingruppen arbeiten. Die Lehrkräfte erhielten im Vorfeld eine Schulung – organisiert vom KI.

Die Kurse sind auf verschiedene Standorte verteilt, sodass die Fahrtwege nicht zu lang sind. Für die Schülerinnen und Schüler, die dennoch einen längeren Anfahrtsweg haben, ist die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos. Im Anschluss an die Sprachkurse erhalten alle Teilnehmenden nicht nur eine Teilnahmebestätigung, sondern auch einen Fragebogen zur Bewertung. Diese werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des KI ausgewertet und zusammen mit den Bildungsträgern erarbeiten sie Verbesserungsmöglichkeiten. Bildungsträger sind die Volkshochschulen Reckenberg-Ems, Gütersloh, Verl - Harsewinkel - Schloß Holte-Stukenbrock und die INTAL Bildung und Beruf gGmbH.